Chronik

Das Caputher Wappen

wappen Das Wappen ist eine Neugestaltung und am 23. Mai 1991 durch das Ministerium des Innern des Landes Brandenburg bestätigt worden. Das Blau des unteren Teiles symbolisiert die Havel und die umgebenden Seen als Lebensader des Ortes in Vergangenheit und Zukunft. Bei Wind und Sturm schlagen vom weißen Gischt gekrönte Wellen flußaufwärts ans Ufer. Das Rot des märkischen Adlers im oberen Wappenfeld verschlingt sich mit den aufschäumenden Wellenkämmen der Havel.

Caputher Geschichte

Caputh breitet sich mit einer beachtlichen Länge von 3,5 km an den Ufern des Templiner- und des Schwielowsees aus. Die Einwohner des 1317 erstmals erwähnten Ortes waren arm. Die Fischereirechte auf den nahe liegenden Seen der Havel besaßen die Potsdamer Kiezfischer. Die Caputher arbeiteten in Ziegeleien, Teerhütten und in der Forst. Um die gefertigten Ziegel in Berlin verkaufen zu können, lebte in Caputh die Schifffahrt auf. Im letzten Jahrhundert waren die Caputher in erster Linie Obstbauern oder Handwerker, besonders Maurer. Laut Schossregister bestand „Caputt“ im Jahre 1451 aus dem „Krug“ und vier Kossätenhöfen. Der „Krug“, der im Krughof gestanden hat, dem ältesten Ortsteil, konnte von vier Kossätenhöfen schwerlich bestehen. Man nimmt an , dass die Schiffer dort einkehrten, die an der Ziegelscheune, einem nahe gelegenen Umschlagplatz, halt machen mussten. Bei der Durchfahrt durch das Caputher Gemünde wurden die Segel eingeholt, es musste gestakt oder getreidelt werden. Bevor die Segel wieder gesetzt wurden, machte man Rast im „Krug“. Nur wenige alte, strohgedeckte Häuser sind heute noch in ihrer ursprünglichen Form erhalten. Der Umfang des Ortes vergrößerte sich in den Gründerjahren erheblich. Die reizvolle Umgebung zog schon damals viele reiche Leute nach Caputh. Sie ließen sich prunkvolle Villen bauen, wie man sie heute noch auf dem Krähenberg, dem höchsten Punkt des Ortes, oder am Ufersaum der Havel bewundern kann.

Seit 1853 existiert die Caputher Seilfähre. Durch sie wird die Verbindung nach Geltow und Werder hergestellt.

Auf Befehl des Königs Friedrich Wilhelm IV. wurde der Baumeister Friedrich August Stüler (1800 bis 1865), ein Schüler Schinkels, mit der Planung und Ausführung eines neuen Kirchenbaues in Caputh betraut. Der Neubau wurde mit dem zu geringen Fassungsvermögen des alten Kirchleins begründet. Die Caputher Kirche ist eine dreischiffige Pfeilerbasilika im so genannten Rundbogenstil. Der Glockenturm steht etwas abseits vom Kirchenschiff. Die Bauarbeiten begannen 1850 mit dem Abriss der kleinen Kirche. Es ist belegt, dass der König selbst mehrmals gestalterisch die Pläne Stülers beeinflusst hat. Die feierliche Einweihung fand in Anwesenheit des Königs am 8. Februar 1852 statt. Durch Renovierungsarbeiten kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Veränderungen hinsichtlich des Farbanstrichs im Innenraum. Bei der baulichen und malermäßigen Instandsetzung, die 1981 eingeleitet und 1988 abgeschlossen wurde, konnte die originalgetreue Farbgebung wieder entdeckt und rekonstruiert werden. Das Anwesen des Caputher Schlosses gehörte ab 1662 dem Generalquartiermeister Philippe de Chieze, der sich ein nobles Landhaus errichtet hatte. 1671 erhielt es die Kurfürstin Dorothea, die es äußerlich und im Inneren verändern ließ. An den bestehenden rechteckigen Baukörper wurden seitlich pavillonartige Flügel angefügt und vor die Gartenseite ein Mittelrisalit mit einer Freitreppe gesetzt. Eine nochmalige Veränderung erfuhr das Schloss nach 1701, als es sich der neue König in Preußen, Friedrich I., herrichten ließ.

Glanzvoller Höhepunkt in der wechselvollen Schlossgeschichte war anlässlich des Dreikönigstreffens in Potsdam (der König von Dänemark und August der Starke waren im Stadtschloss zu Gast) eine Fahrt am 8. Juli 1709 mit der sonst vor dem Potsdamer Stadtschloss liegenden Lustjacht Friedrichs nach Caputh. Dem Soldatenkönig verdankt des Schloss sein heute berühmtestes Detail: den mit ca. 7000 holländischen Fayencefliesen ausgestatteten Speisesaal. 1820 erhielt der Generalleutnant von Thümen Schloss und Gut Caputh in Erbpacht. Als der General 1826 starb, erbte dessen ältester Sohn das Schloss. Er ließ den Schlossgarten nach Plänen von Peter Joseph Lenne´ gestalten. Im Jahre 1908 übernahm der Rittmeister Alfred von Willich, ein Neffe des letzten Besitzers August von Thümen, das Schloss und Rittergut (seit 1837) und nutzte es mit seiner Familie bis 1945 als Wohnhaus. Die DDR unterhielt in dem Gebäude bis 1987 verschiedene Berufsschulen. Am 12.9.1999 konnte das inzwischen restaurierte Schloss für viele interessierte Besucher eröffnet werden.

Wenn man über Caputh berichtet, muss natürlich das Einsteinhaus genannt werden. Der Magistrat von Berlin hatte die Absicht, Einstein zu seinem 50. Geburtstag am 14. März 1929 ein bebautes Grundstück zu schenken. Diese gute Idee ließ sich jedoch nicht so einfach verwirklichen. Nach langwierigem und für Einstein sehr peinlichem Hin und Her verzichtete er seinem Charakter gemäß auf das Geschenk. Das inzwischen einem Freunde abgekaufte Grundstück hier in der Caputher Waldstraße, heute: Am Waldrand 15-17, direkt am Wald gelegen und mit herrlichem Ausblick auf den von Einstein so geliebten Templiner See, wurde nach den Plänen Konrad Wachsmanns mit einem Holzhaus bebaut. Grundstück und Bau finanzierte Einstein selbst. Einstein hat sein Haus noch im Herbst 1929 bezogen. Später bezeichnete er die Caputher Zeit als eine seiner schönsten.

von Carmen Hohlfeld

https://de.wikipedia.org/wiki/Caputh