»» Försterei Caputh
Beschreibung des Denkmals und des Schutzumfangs
Das Forstgehöft steht am östlichen Ende der Lindenstraße; ursprünglich war es unmittelbar am Waldrand gelegen. Bereits auf dem Messtischblatt von 1835 ist hier eine Unterförsterei eingezeichnet, die jetzige Anlage entstand um 1900. Sie besteht aus Wohnhaus (rechts), Stall (links) und Scheune (hinten), die einen geräumigen, auf der Straßenseite durch einen Zaun abgeschlossenen Hof einfassen. Südlich schließt sich der ehemalige "Forstacker" an, der heute mit Einfamilienhäusern bebaut ist. In DDR-Zeit entstand auf dem Gelände hinter dem Gehöft ein Holzbau mit Lager-, Aufenthalts- und Sanitärräumen (ohne Denkmalwert). Heute gehört das Forstgehöft als Revierförsterei zur Oberförsterei Potsdam.
Das Wohnhaus (auf der rechten Hofseite) errichtet 1890/91 nach "den für derartige Gebäude vorgeschriebenen Normalien" (vgl. Inventare von 1892 und 1898, aufgestellt durch Kreisbauinspektor Saal). Eingeschossiger roter Sichtziegelbau aus Rathenower Ziegeln, die Fünf Achsen breite Eingangsseite dem Hof zugewandt. Tür und Fenster flachbogig, Haustür und Klappläden bauzeitlich, die Fenster erneuert, das Satteldach ursprünglich mit größerem Überstand. Innen bauzeitliche Raumaufteilung mit Försterwohnung und Amtsstube, zahlreiche Details erhalten (fast alle Türen mit Klinken, Dielenböden, Treppengeländer). Das Haus ist vollständig unterkellert, die Kellerräume mit auf gemauerten Unterzügen ruhendem Kappengewölbe und Ziegelfußboden, Räucherkammer erhalten, der Standort eines großen Backofens erkennbar. Das Dachgeschoss 1935 ausgebaut (ursprünglich nur Giebelstube, zwei weitere Stuben und Räucherkammer). Das Dachwerk ist eine Pfettenkonstruktion.
Der Stall (auf der Linken Hofseite)errichtet 1874, Entwurf Bauinspektor Geiseler; 1895 auf der Nördlichen Giebelseite erweitert. Eingeschossiger gelblicher Ziegelbau mit Satteldach in Biberschwanz-Kronendeckung. Der Linke Gebäudeteil (1895 angebaut) 1936 zu Garagen umgebaut, der rechte (südliche) mit ursprünglicher Aufteilung in Kuhstall für zwei Kühe, Pferdestall für zwei Pferde (in beiden Futtertröge und Abflussrinnen enthalten), Futterraum und - von der rechten Giebelseite aus zugänglich - drei Schweinekoben.
Die Scheune (auf der Rückseite des Hofes) errichtet um 1827 als Fachwerkscheune mit Lehmstakenausfachung und Reetdeckung; 1862 links der Tenne um Pferdestall und Futterkammer erweitert, der Anbau in Fachwerkbauweise mit Ziegelausfachung. 1875 Einbau eines Kellers, dessen Decke 1906 eine massive Wölbung erhielt. Durchfahrtsscheune mit großen Toren, die Fachwerkkonstruktion erhalten, die Lehmstakenausfachung des Baues von 1827 durch Ziegel ersetzt (nur in der linken Seitenwand teilweise erhalten); Lehmfußboden. Rechts der Durchfahrt der als Milch- und Kartoffelkeller genutzte Kellereinbau von 1875, der durch einen Vorbau auf der Hofseite zugänglich ist.Quelle: Untere Denkmalschutzbehörde Potsdam Mittelmark












